Worauf muss ich mich in einer Psychotherapie einstellen?

Psychotherapeut*innen können nicht wissen, was für Sie in Ihrer Situation richtig ist, aber sie verfügen über ein großes Methodenspektrum, es mit Ihnen gemeinsam herauszufinden. Das bedeutet aber auch, dass Psychotherapie eine Arbeit ist, die sich nicht nur auf die wöchentlichen Sitzungen mit den Therapeuten beschränken lässt. Verhalten und Erleben finden zu jeder Zeit an jedem Ort statt. Möglicherweise schlägt Ihnen ihre Therapeutin vor, ein Therapietagebuch zu führen, etwas Neues auszuprobieren.

In den Psychotherapiestunden erhalten Sie die Möglichkeit, Ihr Verhalten und Erleben zu reflektieren, Änderungen vorzubereiten, Erfahrungen nachzubesprechen.

Veränderungen im Verhalten sind nicht so einfach (Sie hätten es sonst schon längst getan), sie brauchen Zeit. Psychotherapie bedeutet also über einen längeren Zeitraum hinweg, sich auf einen Veränderungsprozess einzulassen, Ziel ist letztlich ein gesünderes Leben.

Neben den eher verfahrenstechnischen Besonderheiten der einzelnen Verfahren ist für eine gelingende Psychotherapie vor allem ein vertrauensvolles Verhältnis zu Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten wichtig. Sprechen Sie es deshalb unbedingt an, wenn Sie Zweifel haben, sich in der Behandlung unwohl fühlen, Ihnen etwas nicht klar ist.

Psychotherapie erfolgt in Einzelsitzungen oder in einer Gruppe. Sprechen Sie Ihren Therapeuten an, welches Setting für Sie geeignet ist.

Noch mehr Informationen finden Sie auch bei der Psychotherapeutenkammer.

Die psychotherapeutische Behandlung erfordert wissenschaftlich begründete Verfahren, die zudem zugelassen sind.

Verfahren, die Sie in Anspruch nehmen können, sind: Analytische Therapie, tiefenpsychologisch fundierte Therapie und Verhaltenstherapie, in Kürze kommt die systemische Therapie hinzu.

Orientieren Sie sich hier über die unterschiedlichen Verfahren und erfragen Sie weitere Einzelheiten bei Ihren Therapeuten.

Die analytische Langzeittherapie hat ihren Ursprung in der Psychoanalyse. Ihre zentrale Annahme ist die eines sog. Unbewussten, d.h. einer Schicht innerhalb der menschlichen Seele.

Die tiefenpsychologisch fundierte Therapie geht, wie der Name bereits sagt, in die Tiefe. Ziel der Behandlung ist es, die zugrundeliegenden unbewussten Ursachen zu erkennen, die sich in den Krankheitssymptomen ausdrücken.

In der Verhaltenstherapie geht man davon aus, dass psychische Symptome durch bewusste und nicht bewusste Lernprozesse in der Lebensgeschichte eines Menschen entstehen.